Selbstverständnis

Alles in der Welt, jede Form und alles Wirken erklärt sich aus dem Gesetz heraus. Mit dem Gesetz meine ich das Naturgesetz oder das Schöpfungsgesetz. Man kann auch sagen, das Gesetz ist das  Ordnende, das alles Bestehende durchzieht und überhaupt erst entstehen läßt. Damit sind Zufälle von vornherein ausgeschlossen. Auf die Gitarre übertragen heißt das, die Gitarre kann nicht einfach irgendwie gebaut werden. Sie ist in ihrer Art von vornherein in jeder Hinsicht festgelegt. Es gibt für mich daher nur eine Gitarre, eben ein Urmodell. 

Schönheit, Einfachheit und Natürlichkeit sind für mich deshalb im Gitarrenbau das Wichtigste. Proportionale Ausgewogenheit und Symmetrie in jedem Detail bilden erst die Grundlagen für ein harmonisches und stimmiges Klangbild. Auch das Denken in Einzelteilen und Einzelfunktionen, welche später miteinander verbunden werden, ist mir fremd. Das „Eine“ muß aus dem anderen herauswachsen, muß ein Teil des Ganzen sein oder werden. Es geht dabei also um ein ganzheitliches Erfassen, das nicht durch den Verstand eingeschränkt werden darf. Dem Verstand obliegt in allen Künsten nur die Umsetzung durch das Handwerk, das Führende bleibt die Empfindung. Kunst ist ein Ausdruck des Inneren und hat mit Verstand nichts zu tun. 

Selbstverständlich setzt der Bau einer Gitarre entsprechende handwerkliche Fähigkeiten voraus. In mehr als dreißig Jahren Arbeit mit Holz habe ich mir das notwendige Rüstzeug dazu erworben.  

Was die Materialien beim Gitarrenbau angehen, so halte ich mich im Rahmen meiner Möglichkeiten an natürliche Produkte wie Holz, Hautleim, Fischleim, Schellack und Knochen. Dieselben stehen miteinander in einer natürlichen Verbindung, was sich im Ergebnis beweist, sei es in Form von Langlebigkeit oder klanglichen Qualitäten. 

Die Qualität der Instrumente, insgesamt und im Einzelnen soll für sich selbst sprechen.